The lynx fights for survival in Switzerland

Der Luchs kämpft ums Überleben
Samtpfoter vom Aussterben bedroht
 
Natur: 05.11.08 17:40
 
Derzeit leben hierzulande rund 150 Luchse. Doch die Population ist bedroht. Laut Urs Tester von Pro Natura sind gezielte Massnahmen nötig, um den Fortbestand der Raubkatze längerfristig zu sichern.
 
Viviane Schwizer
«Der Luchs darf in der Schweiz kein zweites Mal ausgerottet werden», sagt Urs Tester, Abteilungsleiter Biotope und Arten von Pro Natura mit Nachdruck. Dabei erinnert er an die bewegte Geschichte der grossen, rund 20 Kilogramm schweren Grosskatze in der Schweiz. Bis im 17. Jahrhundert kamen Luchse sogar im schweizerischen Mittelland vor. Im Jura und in den Alpen konnten sie sich bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts halten.
 
Die letzte Luchsbeobachtung in der Schweiz fand 1909 in der Gegend des Simplonpasses statt. «Leider brachte es der Mensch vor hundert Jahren fertig, den Luchs wie auch den Wolf und den Bären auszurotten», bedauert Tester. Seit 1962 ist der Luchs in der Schweiz durch das Jagdgesetz geschützt. Neun Jahre später begann man mit der gezielten Wiederansiedlung von Luchsen, während Bär und Wolf sich heute ihr Terrain in der Schweiz auf natürliche Weise zurückerobern. Naturschützer befürworten die Rückkehr des Luchses, weil er zur einheimischen Tierwelt im Alpenraum gehört.
Keine Bedrohung für den Menschen
 
Aber auch heute noch hat der Luchs in der Schweiz einen schweren Stand. Da Wild auf dem Menüplan von Luchsen steht, ist das Säugetier bei Jägern nicht sehr beliebt. Immer wieder kommt es auch zu illegalen Tötungen durch Unbekannte, die selten aufgeklärt werden können. Sie sind neben Verkehrsunfällen ein Grund für den kleinen Bestand der Tiere.
 
Für den Menschen sind Luchse ungefährlich. Forscher konnten sogar junge Luchse problemlos einfangen und untersuchen, ohne dass die Luchsmutter eingegriffen hätte. Wenn aber ein frei laufender Hund eine Luchsmutter mit Jungen aufstöbert, kann es sein, dass die Luchsin zur Verteidigung ihrer Jungen den Hund angreift. Auf die Frage, wie ein Berggänger sich bei der Begegnung mit einem Luchs verhalten soll, sagt Tester: «Sich freuen, dass man das Glück hatte, einem Luchs zu begegnen.»
 
Obwohl Luchse dem Menschen nicht feindlich gesinnt sind, ihn nach Möglichkeit sogar meiden, kämpfen Luchse ums Überleben. Seit seiner Wiederansiedlung vor rund dreissig Jahren hat die Zahl der Tiere kaum zugenommen. Biologe Urs Tester erklärt: «Damit sich der Luchs erfolgreich ausbreiten kann, braucht es Projekte, mit denen Luchse auch noch in andere Teile der Alpen umgesiedelt werden.» Eine zweite Möglichkeit wären genügend grosse Luchsbestände, damit sich die Tiere natürlich ausbreiten können. Beides wird laut Tester von Jagdverbänden bekämpft. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der Luchs bedrohe den Rehbestand in der Schweiz. Tatsächlich erbeuten Luchse etwa 6000 Rehe jährlich. Jäger dagegen schiessen rund 40 000 Rehe pro Jahr und 2007 tötete der Autoverkehr allein im Kanton Zürich 1059 Rehe. Die Rehbestände sind überall im Land hoch und gesund. Die wenigen Luchse dagegen, für Menschen harmlos, sind bereits wieder bedroht.
 
Der Schweizerische Bund für Naturschutz – kurz Pro Natura – setzt sich für den Luchs in der Schweiz ein. So war Pro Natura unter anderem bereit, Schäden von Luchsen an Nutztieren abzugelten, solange dies noch nicht staatliche Pflicht war.
 
Dies sei ein wichtiger Schritt zur Wiederansiedlung der Grosskatze gewesen. Die Organisation ist sich bewusst, «dass mit dem Auftauchen der Luchse zwar vereinzelt Probleme entstehen können», da Luchse Wald- und Haustiere erbeuten. Pro Natura ist aber überzeugt, dass ein Zusammenleben von Menschen, Haustieren und Luchsen möglich ist.
 
http://www.zo-online.ch/article11476/Spezial/Natur/Der-Luchs-kaempft-ums-Ueberleben.htm
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